Coaching meets Events: Firmenevents mit nachhaltiger Wirkung

Portrait Philip Weidenhiller

Inhalt:

„Wir wollen Räume schaffen, in denen Zusammenarbeit und Begegnung auf einer tieferen Ebene möglich sind. Oder kurz gesagt: Make work human again."

Interview mit unserem Co-Founder Philip Weidenhiller

Vor einigen Wochen hatte Philip die Freude, im LifeLetter Newsletter von Marion Quaas-Reinhard über die Verbindung von Coaching und Events zu sprechen. Im Gespräch ging es darum, warum Offsites mehr sind als gut organisierte Auszeiten – und wie sie durch die Kombination mit Coaching echten Kulturwandel in Unternehmen ermöglichen.

Philip, magst du uns zu Beginn ein wenig über eventus erzählen? Was ist die Vision deiner Firma und wie unterscheidet sich eventus von anderen Eventagenturen oder -konzepten?

Ursprünglich sind wir als klassische Eventagentur gestartet. Mittlerweile bieten wir beratende Unterstützung von Unternehmen bei Herausforderungen der neuen Arbeitswelt.  eventus hat von Anfang an einen etwas anderen Ansatz gehabt. Wir haben uns auf Events für Remote- und Hybrid-Teams spezialisiert – also darauf, Teams zusammenzubringen, die im Alltag meist nur digital zusammenarbeiten. Unser Ziel war es schon damals, Räume zu schaffen, in denen echte Verbindung entstehen kann. Dass Menschen sich wirklich kennenlernen, Vertrauen aufbauen und als Team zusammen-wachsen. Je mehr wir mit diesen Teams gearbeitet haben, desto stärker haben wir gemerkt: In vielen Unternehmen hakt es an viel grundlegenderen Stellen.

„Oft war da dieses Gefühl: „Irgendwas funktioniert hier nicht mehr so richtig.“ Aber sie konnten selbst gar nicht genau sagen, woran es liegt."

Weil wir uns parallel ein starkes Netzwerk aus erfahrenen Coaches und Trainer:innen aufgebaut haben, sind wir dann ganz natürlich einen Schritt weitergegangen. Heute unterstützen wir Unternehmen oft schon viel früher – nicht erst, wenn sie ein Event wollen, sondern schon beim Hinschauen und Herausfinden: „Wo liegt eigentlich der Kern des Problems?“ Gemeinsam mit unseren Coaches entwickeln wir dann ein Konzept, das nicht einfach nur ein Event ist, sondern oft ein ganzer Prozess. Unsere Erfahrung in der Eventorganisation ergänzt sich da super mit dem Fachwissen unserer Coaches. So können wir Unternehmen ganzheitlich begleiten – mit Events, die nicht nur Spaß machen, sondern echte Entwicklung und Verbindung ermöglichen.

Bei uns geht’s nie nur ums „Event an sich“. Wir verbinden jahrzehntelange Eventerfahrung mit tiefgehenden Coachingansätzen. Das heißt: Entertainment ist schön und gut, aber Transformation ist unser Ziel. Wir schaffen Erlebnisse, die nachhaltig etwas bewegen – in Teams, bei Führungskräften und in ganzen Unternehmen. Und genau das treibt uns an:

„Wir wollen Räume schaffen, in denen Zusammenarbeit und Begegnung auf einer tieferen Ebene möglich sind. Oder kurz gesagt: Make work human again."

Transformation ist ein anhaltender Prozess und ein Event reicht da vermutlich nicht aus – wie gestaltet ihr die nachfolgende Begleitung?

Absolut richtig – ein einzelnes Event bringt vielleicht Energie, aber keine echte Veränderung. Deshalb arbeiten wir bei eventus immer prozessorientiert. Am Anfang steht bei uns eine tiefgehende Analyse: Zusammen mit einem Coach aus unserem Coachpool schauen wir erstmal genau hin – was ist eigentlich das Thema? Wo hakt’s wirklich?

Das machen wir im Dialog mit den Menschen im Unternehmen. Darauf aufbauend entwickeln wir cokreativ mit dem Coach und dem Kunden ein individuelles Konzept für ein Event oder eine Eventreihe. Wir wählen besondere Orte aus, beziehen die Umgebung mit ein. Ein Beispiel: Wir starten mit drei kleineren Retreats für die Führungsebene – da geht’s um Haltung, Klarheit, Vertrauen. Der Ort, den wir wählen und das Gesamarrangement laden genau dazu ein – z. B. modernisierte Bauernhöfe mit bezaubernden hellen Räumen und Zimmern und familiäre Atmosphäre. Danach arbeiten wir mit den einzelnen Teams weiter – sechs Monate  an Locations und in Settings, die zu Tiefe in Begegnung und agilem Protoyping einladen. Als Höhepunkt dann sechs Monate später ein Großgruppe-Event als Offset in der Natur, bei dem alle Teams und Führungskräfte zusammenkommen. Und weil wir fest davon überzeugt sind, dass Körper und Geist immer zusammen gedacht werden müssen, integrieren wir beides bewusst in unsere Programme – zum Beispiel durch Aktivität in der Natur, renommierte Sportcoaches oder Embodiment-Übungen.

Du gestaltest Events so, dass sie die Inner Development Goals (IDGs) unterstützen. Wie sieht das konkret aus?

Die IDGs sind eine inzwischen globale Bewegung aus Schweden. Ihr Ziel: Veränderung nachhaltig gestalten und ein echtes Community Building zwischen den Menschen. Der Nutzen: Jedes Workshop- oder Veränderungsthema wird wirksamer, wenn die innere Entwicklung und ein zukunftsfähiger Mindset der Menschen im Mittelpunkt steht. IDGs sind für uns als Eventagentur der Kompass mit den fünf Dimensionen – Being, Thinking, Relating, Collaborating, Acting. Sie haben wir immer im Hinterkopf, wenn wir ein Event gestalten.  Das fängt schon bei der Location an:

Ist das ein Ort, an dem man sich wohlfühlt?
Einer, der echte Begegnung und Verbindung möglich macht?

Der in seiner Ästhetik das Kernthema des Kunden spiegelt.
Der etwas besonderes hat, so wie die Kultur des Kunden etwas besonderes ist.


Solche Fragen fließen ganz automatisch in unsere Planung ein. Manchmal wünschen sich unsere Kund:innen auch ganz konkret, dass ein bestimmtes Thema oder eine Dimension der IDGs im Mittelpunkt steht. Dann bauen wir als Eventagentur das gezielt ein – zum Beispiel durch die Wahl der Location und des Rahmenprogramms – und der Coach durch einen Workshop, einen Impulsvortrag oder kleine interaktive Formate. Es gibt da tolle Tools, wie die Kartensets aus der IDG-Community, die man super nutzen kann, oder auch IDG Walks, die sich wunderbar als aktive Pause während eines Events einbauen lassen.

Welche der 5 IDGs findest du besonders wichtig oder inspirierend – und wie spiegeln sie sich in deinen Events wider?

Mich berührt am meisten das Thema „Relating“ – Beziehung, Empathie, Verbindung. Das zieht sich durch alles, was wir tun. Wir gestalten Räume, in denen echte Begegnung möglich wird, jenseits von Rollen, Titeln oder Hierarchien.

Gibt es ein Eventbeispiel, das besonders eindrücklich zeigt, wie äußere Gestaltung und innere Entwicklung zusammenwirken?

Ja, die Ausbildung zum Coach für Vertikale Entwicklung ist ein großartiges Beispiel. Nur wenn der äußere Rahmen stimmt – also Atmosphäre, Raumgestaltung, Setting – können Menschen sich so einlassen, dass echte innere Entwicklung möglich wird. Genau dafür sorgen wir. Zusammen mit Prof. Björn Peters und Marion planen wir den bezaubernden Rahmen, so dass die  Intensivwoche als Kernstück der Ausbildung, die Teilnehmenden und die ganze Atmosphäre gut trägt.

„Räume wirken – sie können uns öffnen oder blockieren. "

Welche Rolle spielen hier Räume und Orte für dich?

Räume wirken – sie können uns öffnen oder blockieren. Für mich sind Räume wie Co-Trainer: Sie schaffen Resonanz, Tiefe und Verbindung. Eine Ausbildung kann noch so gut sein – wenn ich mich nicht sicher und wohlfühle, kann ich mich nicht darauf einlassen. Deshalb sind Räume so entscheidend.

Wenn du auf deinen bisherigen Weg blickst – als Unternehmer, als Teilnehmer, als Coach, als Raumgestalter – was ist der rote Faden, der alles verbindet?

Für mich lässt sich vieles auf Verbindung und Verbundenheit zurückführen – zu sich selbst und zueinander. Je verbundener wir mit uns selbst sind, desto besser lernen wir, wer wir sind, was wir können und was wir brauchen. Und je verbundener wir miteinander sind, desto liebevoller, verständnisvoller und menschlicher gehen wir miteinander um. Diese Haltung zieht sich seitdem wie ein roter Faden durch: angefangen beim Gamechanger-Programm, über mein privates Umfeld bis hin zu eventus, wo wir versuchen, genau diese Verbundenheit und den daraus entstehenden Umgang untereinander auch in Unternehmen zu tragen.

Und was ist heute dein innerster Antrieb – wofür machst du all das?

Es gibt so viele Krisen und Probleme auf der Welt – und für so vieles hätten wir eigentlich längst die Lösungen. Aber trotzdem schaffen wir es ganz oft nicht, diese auch umzusetzen. Ich bin überzeugt: Dafür braucht es zuerst innere Entwicklung. Jeder und jede Einzelne von uns muss bei sich selbst anfangen, um dann auch im Außen etwas zu verändern. Es gibt diesen Satz: „Das Innere revolutioniert das Äußere.“ – von dem bin ich fest überzeugt. Das ist auch mein Antrieb: Ich möchte anderen Menschen die Möglichkeit geben, diese Entwicklung zu machen – so, wie ich sie selbst erleben durfte. Und das nicht nur im Kontext von persönlichen Entwicklungsprogrammen wie dem Gamechanger, sondern auch im Unternehmenskontext. Wir verbringen so viel Zeit bei der Arbeit, oft in Strukturen und Arbeitsumfeldern, die Menschen erschöpfen, entmutigen oder ausbrennen. Ich finde: Das darf und soll so nicht bleiben. Und genau dafür setze ich mich ein.

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