New Work ist überall.
In Stellenanzeigen. Auf Konferenzen. In Agenturslides.
Aber je häufiger der Begriff auftaucht, desto diffuser scheint er zu werden.
Remote Work, Tischkicker, Purpose-Workshops – alles New Work? Nicht ganz.
In diesem Artikel schauen wir dahin, wo New Work wirklich herkommt, was die Idee dahinter war –
und warum sie heute aktueller ist denn je.
New Work – ein Begriff, viele Missverständnisse
Für die einen ist New Work ein moderner Arbeitsstil.
Für andere ein Marketing-Trick.
Und für viele ein weiteres Buzzword im Change-Bingo.
Aber ursprünglich ging es bei New Work um etwas ganz anderes –
um eine tiefe, philosophische Auseinandersetzung mit dem Wert und der Rolle von Arbeit.
Der Ursprung: Frithjof Bergmann und die Idee einer neuen Arbeitswelt
Der Begriff New Work stammt von Frithjof Bergmann, einem österreichisch-amerikanischen Philosophen.
In den 1980er Jahren entwickelte er sein Konzept – mitten in der Krise der US-Autoindustrie.
Statt Massenentlassungen schlug er vor, die klassische Erwerbsarbeit auf 50 % zu reduzieren.
Die andere Hälfte? Sollte Menschen zur Verfügung stehen, um das zu tun,
„was sie wirklich, wirklich tun wollen.“
Eine radikale Idee – vor allem in einem Wirtschaftssystem, das Arbeit vor allem über Produktivität definierte.
Was meint New Work eigentlich?
New Work steht für den Wandel der Arbeitswelt – weg von starren Strukturen, hin zu mehr Flexibilität, Selbstverantwortung und Sinn.
Der Begriff geht zurück auf den Sozialphilosophen Frithjof Bergmann, der Arbeit neu denken wollte: als etwas, das Menschen stärkt – nicht zermürbt.
Bei New Work geht es nicht darum, wo wir arbeiten.
Sondern wie – und vor allem warum.
Es ist kein Toolset. Sondern ein Mindset.
Und es ist ein Denkrahmen – eine Einladung, Arbeit neu zu gestalten.
Die zentralen Prinzipien von New Work:
Selbstbestimmung
Arbeit, die ich gestalten darf – nicht nur ausführen muss.Sinnorientierung
Eine Aufgabe, die mehr ist als ein To-do.Verantwortung & Vertrauen
Kontrolle zurücknehmen – damit Eigenverantwortung entstehen kann.Teilhabe & Partizipation
Mitarbeitende als Mitgestalter:innen statt Umsetzer:innen.
Mehr zum Mindset und der Haltung, die New Work wirklich trägt: „Make work human again“ – Warum New Work kein Kickertisch ist (und was es stattdessen braucht)
Warum ist New Work gerade jetzt so relevant?
Der Druck auf Organisationen war nie größer:
Digitalisierung
Fachkräftemangel
Wertewandel
Sinnsuche bei jüngeren Generationen
New Work bietet dafür keine einfache Lösung –
aber einen besseren Rahmen, um gemeinsam Antworten zu entwickeln.
Was daraus geworden ist – und warum das nicht reicht
Heute wird New Work oft gleichgesetzt mit:
Homeoffice
Tischkicker
Startup-Vibes
Slack statt Outlook
Aber genau das ist nicht gemeint.
New Work ist kein Format – es ist eine Frage der Haltung.
Und genau daran scheitern viele Initiativen:
Sie führen Tools ein – aber keine neuen Werte.
Sie reden über Vertrauen – leben aber Kontrolle.
Deshalb glauben wir bei eventus:
Wer New Work wirklich leben will, muss Räume schaffen, in denen echte Verbindung möglich ist.
Ein Konzern mit rund 50.000 Mitarbeitenden, 30 Gesellschaften – und einer klaren Entscheidung: Wir verändern, wie wir führen, zusammenarbeiten und kommunizieren.
Mit dem Programm Kulturwandel 4.0 ist die Otto Group einen Weg gegangen, den viele große Unternehmen bis heute scheuen:
Wirklich neu zu denken. Und zwar von innen heraus.
Was diesen Kulturwandel besonders macht:
Kein Change-Projekt – ein Lernprozess
„Es geht nicht um das Abarbeiten von Maßnahmen, sondern um die Entwicklung einer gemeinsamen Haltung.“
– Tobias Krüger, Leiter Kulturwandel bei Otto
Statt Top-Down-Anweisung gab es Raum für echte Beteiligung.
Und statt einem 5-Punkte-Plan gab es Fragen:
Wie wollen wir in Zukunft führen?
Was bedeutet Verantwortung in einer vernetzten Organisation?
Wie schaffen wir eine Fehlerkultur, die Entwicklung ermöglicht?
Veränderung als Einladung – nicht als Anordnung
Besonders spannend:
Die Otto Group hat den Wandel nicht verordnet, sondern angestoßen.
Mitarbeitende wurden eingeladen, aktiv mitzudenken, mitzugestalten und sich einzubringen – freiwillig, nicht verpflichtend.
Workshops, interne Dialogformate, Erfahrungsräume – all das wurde von Teams genutzt, die Lust auf Veränderung hatten.
Und mit der Zeit wurde aus einzelnen Impulsen eine spürbare Bewegung.
New Work beginnt mit Kommunikation – nicht mit Kickern
Ein Kernelement des Wandels bei Otto war, offen über Themen zu sprechen, die sonst oft unter der Oberfläche bleiben:
Fehler
Konflikte
Führungsschwäche
Unsicherheiten
Diese Ehrlichkeit hat das Fundament für neue Formen der Zusammenarbeit gelegt – ohne dafür erst Prozesse zu „digitalisieren“.
Der Kulturwandel war die Voraussetzung für echte New Work. Nicht umgekehrt.
Learnings für andere Unternehmen:
Kulturwandel ist kein Projektplan, sondern ein Dialog.
Veränderung beginnt mit Haltung – nicht mit Technik.
New Work wird dort wirksam, wo Menschen sich gehört und ernstgenommen fühlen.
Fazit: New Work ist kein Toolset – sondern ein Mindset
Nicht was wir tun, verändert Kultur. Sondern wie wir es tun – und warum.
Nicht: Wie sieht unser Office aus?
Sondern: Wie wollen wir miteinander arbeiten?
New Work ist eine Einladung, Arbeit neu zu denken – und neu zu leben.
Nicht als Projekt. Sondern als Prozess.
Nicht als Tool. Sondern als Haltung.









